17. September 2026
4 Min. Lesezeit

ETF-Sparplan starten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

ETF-Sparplan starten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Einstieg in die Geldanlage wird gern komplizierter dargestellt, als er ist. Für den Standardfall - monatlich einen festen Betrag breit gestreut anlegen - reichen vier Schritte und ungefähr 30 Minuten einmaliger Aufwand.

Hier ist die Anleitung ohne Umwege.

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Bevor Du anfängst, sollten drei Dinge geklärt sein:

  • Notgroschen steht - zwei bis drei Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto.
  • Teure Schulden sind weg - ein Dispo mit zweistelligem Zinssatz schlägt jede erwartbare Rendite.
  • Anlagehorizont mindestens zehn Jahre. Geld, das Du in drei Jahren für ein Auto brauchst, gehört nicht in Aktien.

Schritt 2: Depot eröffnen

Du brauchst ein Wertpapierdepot. Die Eröffnung läuft online, dauert etwa 15 Minuten plus Identitätsprüfung per Video oder Post.

Worauf es ankommt:

  • Depotführung kostenlos.
  • Sparplanausführung kostenlos oder sehr günstig. Die Gebührenlandschaft hat sich stark verbessert - Anbieter wie Trade Republic oder Scalable Capital führen Sparpläne ohne Ausführungsgebühr aus.
  • Große Sparplanauswahl, damit Du den gewünschten ETF auch wirklich besparen kannst.

Wenn Dein Broker pro Ausführung eine Gebühr nimmt, lohnt oft ein quartalsweiser statt monatlicher Sparplan - weniger Ausführungen, weniger Gebühren.

Mann richtet am Laptop seinen Sparplan ein

Schritt 3: Den ETF auswählen

Hier wird es für Einsteiger unnötig kompliziert gemacht. Die ehrliche Antwort: Ein einziger Welt-ETF genügt vollkommen.

Zwei Auswahlkriterien tragen den Großteil der Entscheidung:

  1. TER unter 0,25 Prozent. Die laufenden Kosten werden täglich vom Fondsvermögen abgezogen - über 25 Jahre macht der Unterschied zwischen 0,20 und 0,80 Prozent einen fünfstelligen Betrag aus. Die günstigsten MSCI-World-ETFs liegen inzwischen bei rund 0,12 Prozent.
  2. Fondsvolumen über 100 Millionen Euro. Kleine Fonds werden häufiger geschlossen oder verschmolzen - lästig, wenn auch kein Drama.

Zwei weitere Entscheidungen, die weniger wichtig sind, als sie klingen:

  • Ausschüttend oder thesaurierend: Thesaurierend legt Erträge automatisch wieder an - für den langfristigen Aufbau meist die bequemere Wahl.
  • MSCI World oder FTSE All-World: Der MSCI World enthält Industrieländer, der FTSE All-World zusätzlich Schwellenländer. Beides sind brauchbare Entscheidungen, und keine davon ist ein Fehler.

Schritt 4: Sparplan einrichten

Im Depot den ETF suchen, "Sparplan einrichten" wählen, Betrag und Rhythmus festlegen - fertig. Die meisten Broker starten bereits ab 1 Euro; ein praktischer Einstieg liegt oft bei 25 bis 50 Euro im Monat.

Timing des Ausführungstags: Lege ihn ein bis zwei Tage nach Deinem Gehaltseingang. Was zuerst angelegt wird, wird nicht ausgegeben.

Die vier Fehler, die wirklich Geld kosten

1. Warten auf den richtigen Einstiegszeitpunkt. Niemand kennt ihn, auch die Profis nicht. Wer wartet, verpasst im Schnitt mehr Rendite, als er an einem besseren Kurs gewinnt. Ein Sparplan löst das Problem ohnehin, weil er automatisch über die Zeit verteilt kauft.

2. Panikverkauf im Crash. Der mit Abstand teuerste Fehler. Ein Rückgang von 30 Prozent ist bei Aktienanlagen keine Ausnahme, sondern Teil der Rechnung - vorausgesetzt, Du hast den Anlagehorizont und den Notgroschen, um ihn aussitzen zu können.

3. Zu viele Produkte. Fünf ETFs, die sich zu 80 Prozent überlappen, sind keine Diversifikation, sondern Unordnung. Einer reicht.

4. Ständiges Umschichten. Jede Umschichtung kostet Gebühren und löst gegebenenfalls Steuern aus. Ein Sparplan ist dafür gebaut, jahrelang unverändert zu laufen.

Was Du realistisch erwarten kannst

Für langfristige Planungen wird häufig mit einer moderaten Durchschnittsrendite von rund sechs Prozent pro Jahr gerechnet. Das ist keine Garantie, sondern eine Planungsgröße - einzelne Jahre können deutlich darüber oder darunter liegen.

Was daraus wird, zeigt die Rechnung: 300 Euro monatlich über 20 Jahre bei 6 Prozent ergeben rund 138.000 Euro, von denen 72.000 Euro Deine Einzahlungen sind. Der Rest ist Zinseszins - und der braucht vor allem eines: Zeit.

Steuern in zwei Sätzen

Auf Kursgewinne und Ausschüttungen fällt Abgeltungsteuer an, abgemildert durch die Teilfreistellung bei Aktienfonds. Richte den Freistellungsauftrag bei Deinem Broker ein - sonst zahlst Du auf die ersten Erträge unnötig Steuern, die Du Dir erst über die Steuererklärung zurückholen musst.

Deine nächsten 30 Minuten

  1. Depot bei einem Broker ohne Depotgebühr eröffnen.
  2. Einen Welt-ETF mit TER unter 0,25 Prozent und über 100 Millionen Euro Volumen auswählen.
  3. Sparplan einrichten, Ausführung kurz nach dem Gehaltseingang.
  4. Freistellungsauftrag setzen.
  5. App vom Startbildschirm löschen und zwölf Monate nicht hineinschauen.

Quellen

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Julian Duscha, Yoga Trainer

Julian Duscha

Autor

Julian ist zertifizierter Yogalehrer mit dem Fokus auf Yoga für Männer. Aus eigener Erfahrung mit Rückenschmerzen durch langes Sitzen weiß er, wie sehr eine regelmäßige Praxis Beweglichkeit, Kraft und Klarheit zurückbringen kann. Heute gibt er dieses Wissen in seinen Kursen in Bad Segeberg und Umgebung weiter.

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